Ich bin doch soo müde... Winterschlaf bei Schildkröten und Bartagamen

Die jährliche Winter­ruhe bei Schild­kröten und Bart­agamen erhöht nicht nur ihre Lebens­erwartung, sondern stärkt auch deren Immun­system. Desweiteren dient die Winter­ruhe als Anreiz für eine erfolg­reiche Fort­pflanzung -ein Indiz dafür, wie wichtig die Winter­ruhe für die Tiere ist. Ins­besondere für Jung­tiere ist eine aus­reichende Winter­ruhe von großer Bedeutung, denn fräßen sie das ganze Jahr über, würden sie zu schnell wachsen, was Ent­wicklungs­probleme und Skelett­miss­bildungen zur Folge haben kann.

 

Der Gesundheits­check vor dem Winter­schlaf

Im August/September sollte die Schild­kröte oder Bart­agame beim Tier­arzt zum Gesund­heits­check vor­gestellt werden. Nur ein gesundes Tier darf in die Winter­ruhe gehen. Es sollte mindestens eine Kot­unter­suchung erfolgen, um Darm­parasiten auszu­schließen oder ggf. eine Therapie einzu­leiten. Geschlechts­reife, weib­liche Schild­kröten sollten auf Eier unter­sucht werden. Der Tier­arzt wird even­tuell ein Röntgen­bild oder eine Blut­unter­suchung empfehlen.

Unmittel­bar vor der Winter­ruhe:

  • Langsam über Wochen Be­leuchtungs­peri­oden ver­kürzen und Tempera­turen senken.

  • Eine Woche vorher kein Futter mehr an­bieten.

  • 1 - 2 – mal wöchent­lich ca. 15 min baden, damit der Darm sich ent­leert und Ihr Tier Flüssig­keit auf­nimmt.

  • Das Gewicht (gramm­genaue Küchen­waage) fest­halten.

  • Den Gesund­heits­zustand kontrol­lieren.

In der Winter­ruhe bei Schild­kröten

Ein guter Schlaf­platz ist eine Kiste, die groß genug ist, dass sich ihre Schild­kröte problem­los um­drehen kann, d.h. deren Seiten­länge ca. der drei­fachen Panzer­länge ent­spricht. Die Kiste wird etwa gemäß der doppel­ten Panzer­höhe mit Füll­material ge­füllt. Dies kann Garten­erde, un­behandel­ter Rinden­mulch, Moos, Laub­blätter oder Schaum­stoff­flocken sein.

Kontrollieren Sie wöchentlich Temperatur und Füllmaterial, um eventuell auftretenden Schimmel oder Austrocknen frühzeitig zu erkennen. Lüften Sie bei einer Unterbringung in einem separaten Kühlschrank wöchentlich. Einmal im Monat erfolgt eine behutsame Gewichtskontrolle auf der Waage: Ein Verlust von 10 % Körper­gewicht und mehr gilt als Alarm­signal.

In der Winter­ruhe bei Bart­agamen

Im Idealfall ver­graben sich die Tiere im leicht feuchten Sand und tauchen etwa zwei Monate nicht wieder auf. Doch gelegent­lich kommen die Tiere zum Vor­schein oder schlafen ganz außer­halb der Höhlen. Gefüttert wird jedoch auch dann nicht, da Bart­agamen das Futter auf­grund des nun redu­zierten Stoff­wechsels nicht ver­dauen können. Man kann warten, bis die Tiere von selbst ihre Winter­ruhe be­enden, oder man fährt nach zwei bis drei Monaten die Beleuch­tung und Be­heizung binnen zwei Wochen nach und nach wieder hoch und be­endet auf diese Art die Winter­ruhe. All­mählich kommen dann die Bart­agamen aus ihren Ver­stecken hervor. Dann kann man sie auch wieder ganz normal füttern.

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